‚Wie lieblich ist der Maien‘ – eine Maiandacht

Ist er denn „lieblich“ in diesem Jahr, der Monat Mai? Er neigt sich nun bereits dem Ende zu, also Gelegenheit, eine kleine Bilanz zu ziehen.

Rückblickend wirkt dieser eher nasskalte Mai wie ein „Wonnemonat“, der einem viele Erwartungen versagt hat. Wenn schon Reisen nicht möglich sind, wie viel mehr hätte man z.B. mit dem Rad unterwegs sein können, die nähere Heimat endlich besser erkunden und Zeit draußen verbringen können … und, und, und. – Aber Sie wissen schon: Hätte, hätte, Fahradkette.

Eigentlich ist es uns aber auch schon klar, wie sehr es auf die Perspektive ankommt. Das ging mir durch den Sinn, als Helene Jedig mir einige Naturfotos zusandte, die ihr Mann Artur gemacht hat. Einige dieser tollen Fotos möchte ich hier mit Ihnen und Euch teilen in Verbindung mit zwei Strophen des Lieds 501 aus dem Ev. Gesangbuch „Wie lieblich ist der Maien“.

EG 501 Wie lieblich ist der Maien, gespielt von Helene Jedig an der Barockkorgel Eckenhagen

Text: Martin Behm (1604) 1606
Melodie: Johann Steurlein 1575; geistlich Nürnberg 1581

Reh_Foto©Artur-Jedig
Reh auf einer Lichtung – Foto © Artur Jedig
  1. Wie lieblich ist der Maien
    aus lauter Gottesgüt,
    des sich die Menschen freuen,
    weil alles grünt und blüht.
    Die Tier sieht man jetzt springen
    mit Lust auf grüner Weid,
    die Vöglein hört man singen,
    die loben Gott mit Freud.
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Buntspecht (Weibchen) – Foto © Artur Jedig

Über verdorrte Gärten und vertrocknete Wiesen können wir jedenfalls schon mal nicht klagen!

Nach zwei Dürresommern füllen sich die Talsperren wieder. So Vieles wächst und gedeiht in diesem Monat, und ich denke, nicht nur die Bauern freuen sich über das Grünen und Blühen. Als Christen schreiben wir alles Wachsen und Gedeihen Gottes Güte zu, und das hoffentlich nicht nur an Erntedank!

Martin Behm, der Liederdichter, bezieht neben dem Segen, den Menschen durch eine grünende und blühende Flora erfahren, auch die Tierwelt mit ein. Im Springen der Tiere und Singen der Vögel nimmt er pure Lebensfreude wahr, die uns manchmal so griesgrämige oder depressiv verstimmte Menschen ein Fingerzeig sein können, was uns an Schönem umgibt und geschenkt wird. – Lernen wir doch aufs Neue, was uns umgibt und geschenkt ist mit anderen Augen zu sehen oder es überhaupt zu erkennen!

Spatz_auf_Dachrinne_Foto©Artur-Jedig
Spatz auf Dachrinne – Foto © Artur Jedig
  1. Herr, dir sei Lob und Ehre
    für solche Gaben dein!
    Die Blüt zur Frucht vermehre,
    lass sie ersprießlich sein.
    Es steht in deinen Händen,
    dein Macht und Güt ist groß;
    drum wollst du von uns wenden
    Mehltau, Frost, Reif und Schloß’.

Waldimpressionen - Foto ©Artur Jedig
Waldimpressionen – Foto © Artur Jedig

Anders, als zur Zeit des Liederdichters im 17. Jahrhundert, hängen die meisten Menschen heute hierzulande, oberflächlich betrachtet, nicht mehr so unmittelbar davon ab, was zwischen Aussaat und Ernte geschieht.

Unsere Bauern wissen noch um die Unwägbarkeiten von Wind und Wetter, trotz aller eingesetzten High Tech. Für die große Mehrheit wird es wohl eher so sein: Wenn die „Eisheiligen“ zuschlagen und ein Kälteeinbruch ausgetopfte Planzen im Garten eingehen lässt, ist das frustrierend, aber bedroht nicht die Existenz. Eher verhagelt einem die kalte Sophie den Nachmittag am Grill.

Nun ist unser so durchgetaktetes und bis ins kleinste hinein geplante Leben seit über einem Jahr gehörig in Frage gestellt worden.

Wäre das nicht eine Gelegenheit, neu gemeinsam danach zu fragen, was wirklich wichtig ist und zählt?

Mir geht es nicht um ein naives Zurück zu einem vermeintlich idyllischen Leben in vergangenen Zeiten. Vielmehr könnte uns diese eigentlich kollektive Disruption als eine Unterbrechung des Gewöhnlichen und Erwartbaren auch heilsam sein, indem wir generell unseren Lebensstil hinterfragen. Es ist nicht alles, was machbar ist, sinnvoll, und wir sollten aufs Neue lernen, unsere Sorgen dem anzuvertrauen, von dem es heißt: Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß.

Freuen wir uns auf den Sommer, aber nehmen wir zugleich auch aufs Neue wahr, was uns durch Gottes Güte tagtäglich an Gutem und Segen geschenkt wird.

Und eins noch, liebe Oberberger: Ihr klagt ja schon mal gerne, wenn wir ein Grad über Zimmertemperatur liegen. Beim nächsten Impuls dazu erinnert Euch eben mal bitte an den nasskalten Mai 2021!

Mit herzlichen Grüßen und Dank an Helene und Artur Jedig
Ihr und Euer
Martin Will, Pfr.

Greifvogel - Foto © Artur Jedig
Bussard – Foto © Artur Jedig
Gimpel - Foto © Artur Jedig
Gimpel – Foto © Artur Jedig
Blumen - Foto © Artur Jedig
Blumen – Foto © Artur Jedig
Kleiber - Foto © Artur Jedig
Kleiber – Foto © Artur Jedig
Regenbogen Foto © Artur Jedig
Regenbogen Foto © Artur Jedig
Tauben in Baum - Foto © Artur Jedig
Tauben in Baum – Foto © Artur Jedig
Wolken und Baum  - Foto © Artur Jedig
Wolken und Baum – Foto © Artur Jedig
Schmetterling Foto © Artur Jedig
Schmetterling- Foto © Artur Jedig
Spatz im Strauch - Foto: ©Artur Jedig
Spatz im Strauch – Foto: ©Artur Jedig
Rotkehlchen - Foto © Artur Jedig
Rotkehlchen – Foto © Artur Jedig

‚Pantoffelkino‘ in der Kirche

Manche werden es wohl für recht abwegig halten, den auf unserer Webseite zur Verfügung gestellten Gottesdienst ausgerechnet in der Barockkirche auf einem Bildschirm anzuschauen. – „Pantoffelkino“ pur! Das geht doch im Wohnzimmer viel einfacher!

Wiederum andere sagen sich vielleicht: So viel Wohnzimmer wie seit einem Jahr habe ich noch nie erlebt, ich will auch mal wieder in einer anderen Umgebung sein! Für solche und ähnliche Fälle steht nun ein altgedienter Flachbild-Fernseher in der Kirche bereit. Dazu gibt es eine Anleitung, wie man in drei einfachen Schritten das Video selbst starten kann.

„Pantoffelkino“ – Bild im Bild / Aus dem Karfreitags-Gottesdienst

Holzkreuz in Kirche – Sorgen abgeben

Das Kreuz, ein Ort für persönliche Gebete, Bitten, Klagen, Hilfefrufe, Dank

Zur Zeit sind wir alle darin sehr eingeschränkt, einander Nähe zu schenken. Auch wenn manche „Corona“ für eine bösartige Erfindung halten, sehen wir in der Kirchengemeinde die akuten Gefahren von Infektionen. Hier haben wir insbesondere abwehrgeschwächte und ältere Menschen im Blick, die durch unbedachtes Zusammenkommen unnötig gefährdet werden.

Umso wichtiger ist es, dass unsere Kirche als Ort der Anbetung offen bleibt. Einige hatten die Idee, hierfür weitere Möglichkeiten zu schaffen. So hat Diakon Lukas Krüger ein Holzkreuz gebaut und Beate Klein bastelte eine Dornenkrone dafür. Dieses steht seit Gründonnerstag in der Kirche. Wir laden dazu ein, persönliche Gebete, Bitten, Klagen, Hilfefrufe, Dank auf bereitliegenden Zetteln zu notieren und an dieses Kreuz zu heften und auf diese Art auch Freude und Leid weiterhin miteinander zu teilen.

Für Kinder liegen Ausmalbroschüren mit kleinen biblischen Geschichten zum Mitnehmen aus.

Die Barockkirche ist zugänglich an der Glastür des Sakristei-Anbaus und ist an sieben Tagen in der Woche bis 18.00 Uhr geöffnet. Wir weisen darauf hin, dass die geltenden Hygienevorschriften eingehalten werden müssen.

Lege deine Sorgen nieder

Taizé-Andacht zum Mitsingen

Foto: (c) Lotz

Helene Jedig und Mitglieder des Singteams sind aufmerksam geworden auf eine Taizé-Andacht zum Mitsingen. Dies möchten wir hier gerne mit weiteren Interessierten teilen. Wir hatten bereits hingewiesen auf die Liturgische Nacht, zu der die katholische Schwestergemeinde Eckenhagen auch uns eingeladen hat. Die Taizé-Andacht zum Mitsingen könnte eine weitere bzw. zusätzliche Möglichkeit sein, am Gründonnerstag eine Andacht von zu Hause aus zu feiern.

Nähere Informationen zu diesem Projekt ist unter folgendem Link zu finden: https://gemeinde-kirchenentwicklung.ekir.de/inhalt/taize-andacht-zum-mitsingen/

Daraus hier zur Einstimmung ein kurzer Textauszug:

Taizé-Andacht zum Mitsingen
Stimmen Sie sich mit uns auf Ostern ein!

Die Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag ist traditionell eine Zeit des Wachens, Betens und Singens. Als Christ*innen gedenken wir unseres Herrn, der nach dem letzten Abendmahl mit seinen Jüngern im Garten Gethsemane ausharrte. So wollen auch wir am 1. April 2021 um 20 Uhr gemeinsam Andacht halten.

Wir tun dies nach dem Vorbild der Taizé-Andachten, in denen das gemeinsame Singen im Mittelpunkt steht. Die Gesänge von Taizé sind besonders, weil sie ohne große Vorkenntnisse auch mehrstimmig gesungen werden können. Ihre besondere Melodik und die stetige Wiederholung machen das Singen zur Meditation und zu einem Gemeinschaftserlebnis.“ […]

Einladung Liturgische Nacht – ökumenisch

Patoralreferent Simon Miebach lädt im Namen der katholischen Schwestergemeinde ein und schreibt:

Die Liturgische Nacht in Eckenhagen werden wir dieses Jahr online gestalten.
Live vor Ort ist in Franziskus Xaverius am Gründonnerstag um 21:30 Uhr die Abendmahlsfeier und anschl. Beichtmöglichkeit, mit Pfr. Berger.
Um 23:00 Uhr beten wir gemeinsam per Zoom eine Betstunde der Liturgischen Nacht.
Um 7:00 Uhr am Karfreitag morgen beten wir den Kreuzweg per Zoom.
Die Stunden dazwischen kann jeder für sich gestalten, beten…

Die Zugangsdaten für Zoom:
https://us02web.zoom.us/j/85089004932?pwd=bWRPc3JDYjR1L24yRXdHN3VHNU14Zz09
Meeting-ID: 850 8900 4932
Kenncode: 870557

Gemeindepost zu Ostern versandfertig

Ein Teil der gestapelten Osterpost im Gemeindehaus, nun versandfertig

Fast rekordverdächtig schnell war die konzertierte Aktion von einigen ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden durchgeführt worden: Am Montag begonnen, lagen am Mittwochmittag mehr als 1400 Briefe versandfertig auf Tischen im Gemeindehaus bereit. Dort waren sie mit dem ökumenischen Osterheft, unserem Gemeindebrief und einem Anschreiben bestückt worden. Dabei hatten Gemeindesekretärin Petra Albrecht-Köster und Küsterin Bärbel Dittrich buchstäblich das Heft in der Hand. Der eine oder die andere wurde zu Beginn schon mal gefragt: „Willst Du lieber stempeln oder eintüten?“ – Und schon konnte es losgehen. Alle evangelischen Haushalte in unserer Kirchengemeinde erhalten demnächst einen Umschlag, der per Briefpost zu einem vergünstigten Porto zugesandt wird.

Schön, dass wieder mal etwas Leben im Gemeindehaus zu erahnen war. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden!

an(ge)dacht – Von der Sorge und der Leichtigkeit

Jesus Christus spricht:
Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? (Matthäus 6 Vers 26)

Aus eigener Erfahrung wissen wir, es gibt verschiedene Arten von Sorgen. Einerseits wohl begründete und auf der anderen Seite solche Sorgen, die völlig unnötig und aus der Luft gegriffen sind. Wenn das nur immer klar und eindeutig abgegrenzt werden könnte! Wissen wir doch allzu gut, dass das Spektrum dazwischen oft unklar und vielfältig ist. So erscheint es in diesen Pandemiezeiten eher sinnvoll zu sein, aus Sorge um den Nächsten besser physisch auf Abstand zu gehen und Maske zu tragen, um ihn oder sie nicht zu infizieren. Andererseits empfinde ich die zur Schau getragene Sorglosigkeit von Corona-Leugnern als völlig unangebracht und egoistisch.

Matthäus 6,Vers 26 (c) gemeindebrief.evangelisch
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Was für ein Glück ist es, wenn uns von Kindesbeinen an liebevolle Für-Sorge zuteil geworden ist! Jesus selbst stellt uns Gott als liebevoll fürsorglichen Vater vor, der uns mit unserem Leben in sein Herz geschlossen hat. Anschaulich weist er uns auf die Vögel unter dem Himmel hin, die, um das mal so zu nennen, „in den Tag hineinfliegen“. Auch sie hat der himmlische Vater im Blick, wie viel mehr erst uns, seine Menschenkinder, denen Sinn und Verstand gegeben wurde, im Voraus zu planen und Vorkehrungen für die Zukunft zu treffen!

Zug der Kraniche über Eckenhagen Ende Februar

Nun verbietet Jesus nicht das Sorgen an sich, vielmehr will er in uns das Vertrauen wecken, dass unser Tun und Ergehen bei ihm in guten Händen ist. Er weiß, was wir brauchen, und seine tiefe Sorge um unser Heil-Werden und Heil-Sein hat ihn dazu bewegt, sein Leben für uns zu geben. Und an Ostern hat er den Tod überwunden, die Giftzähne sind dem Tod schon gezogen, auch wenn er uns noch schrecken mag.


Ich wünsche uns, dass wir uns in aller Sorge, ob sie nun begründet oder letztlich unbegründet ist, je und je erinnern lassen an den, der zu unserem Heil und Leben gekommen ist, sein Reich zu bauen. Er schenke uns die nötige Leichtigkeit, dass die Sorgen uns nicht zu Boden drücken. Und er schenke uns immer wieder auch den Blick von uns weg hin auf sein Reich der Gerechtigkeit und Liebe, und somit hin auf ihn und unsere Nächsten.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Martin Will, Pfr.

Meine Zeit steht in deinen Händen

Kehrvers:
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

  1. Sorgen quälen und werden mir zu groß.
    Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
    Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
    Vater, du wirst bei mir sein.
    [Kehrvers]
  2. Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb
    nehmen mich gefangen, jagen mich.
    Herr ich rufe: Komm und mach mich frei!
    Führe du mich Schritt für Schritt.
    [Kehrvers]
  3. Es gibt Tage die bleiben ohne Sinn.
    hilflos seh ich wie die Zeit verrinnt.
    Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
    und ich frag, wo sie geblieben sind.
    [Kehrvers]