Sie – und ihr – haltet einen besonderen Gemeindebrief in den Händen. Schon der Umfang verrät: Es gibt viel zu erzählen und zu berichten. Ich glaube sogar, es ist der umfangreichste Gemeindebrief, den ich bisher zusammengestellt habe.
In diesem Heft findet ihr eine kurze Präsentation der Ergebnisse unseres Workshops im Juni – als Grafik und in Textform. Ein Hinweis dazu: Dieses Konzept lebt, so wie unsere Kirchengemeinde. Es darf hinterfragt, ergänzt, gekürzt und weiterentwickelt werden. Darin sind wir uns einig: Es beschreibt gut, was uns heute ausmacht, wie wir uns verstehen, wo wir unsere Stärken sehen – und wo Herausforderungen liegen. Einige Beiträge greifen diese Punkte bereits auf.
Konkrete Veränderungen beschreibt Eckhardt Lück in seinem Artikel …
In den Herbstferien geht es bunt zu. Der BiblikosPark hält Einzug im Evangelischen Gemeindehaus. Eine Woche lang wollen wir uns mit wundervollen Geschichten aus der Bibel beschäftigen, singen, spielen, toben, gemeinsam essen.
Jeden Tag von 9.30 – 16.00 Uhr öffnen wir dafür unsere Pforten und begrüßen euch zu einer unvergesslichen Zeit.
Entwicklungen in manchen Gruppierungen der sogenannten evangelikalen Christen bereiteten mir seit einiger Zeit auch als politisch und gesellschaftlich interessiertem Menschen zunehmend Sorgen. Besonders im Blick auf Entwicklungen in den USA bin ich schon des öfteren fassungslos gewesen zu beobachten, wie inzwischen ein Teil der früher „Stillen im Lande“ versuchen, ihren Einfluss lautstark, vehement und kompromisslos geltend zu machen. So habe ich den Eindruck gewonnen, dass Gruppierungen der US-amerikanischen konservativen Christenheit sich das Motto zu eigen gemacht haben, der Zweck heilige die Mittel. Mit anderen Worten, ob der narzisstische Egomane an der Spitze in höchstem Maß korrupt, moralisch verwerflich und rücksichtlos ist, demnach alles andere als christliche Werte vertritt, zählt für diese Christen nicht mehr wirklich. Hauptsache, sie verschaffen ihrer eigenen Agenda Geltung.
Manche unter ihnen gehen so weit zu behaupten, der 45. und zugleich 47. Präsident sei „von Gott gesalbt“. Auch wird auf die biblische Gestalt des Perserkönigs Kyros zurückgegriffen, der ja als nicht gläubiger Mensch seinerzeit als Werkzeug Gottes benutzt worden sei, um die Heimkehr der nach Babylon verschleppten Juden nach Israel zu ermöglichen. Demnach soll so auch der MAGA-Megalomane Gottes Sache in den USA und in der Welt voranbringen.
Was für geistliche Verrenkungen und schräge Winkelzüge!
Am Beispiel des Monatsspruchs für Oktober möchte ich einmal versuchen, diese aus meiner Sicht äußerst fragwürdige Haltung zu beleuchten:
Jesus Christus spricht: Das Reich Gottes ist mitten unter euch. (Lukas 17,21)
Monatsspruch Oktober 2025 [gemeindebrief.evangelisch.de]
Grundätzlich ist dieses Jesuswort in zwei unterschiedliche Richtungen ausgelegt und verstanden worden.
Die einen setzen den Akzent mehr auf die innere Haltung der Christen. So lautet eine Lesart: “Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ Hiermit wird dann schon mal begründet, Christen hätten sich aus der Politik herauszuhalten. Im Zweifelsfall solle sich der Christenmensch nicht aktiv in der Gesellschaft als mitgestaltende Bürgerin oder Bürger begreifen und betätigen. Christlicher Glaube und Welt können somit zu getrennten Erfahrungshorizonten werden bis hin zur völligen Abkehr und Abschottung.
Andere wiederum verstehen diese Feststellung Jesu nicht nur als Ansage eines zukünftigen Reiches Gottes, sondern ebenso als Auftrag, sich in seinem Sinn aktiv im Hier und Jetzt zu engagieren, ja gerade auch die Politik nicht einfach als „schmutziges Geschäft“ abzutun, sondern nach Möglichkeit christliche Akzente mit einzubringen. Doch hier sind die Interpretationen und Schlussfolgerungen sehr unterschiedlich und mitunter nicht miteinander vereinbar.
So stieß ich kürzlich auf eine Meldung, wonach die sich von Idaho (USA) ausbreitende evangelikale Christ-Church vehement dafür eintritt, bereits jetzt Gottes Königreich auf Erden zu bauen. Deren leitender Pastor Wilson ist Anhänger des Postmillenarismus. Dahinter steht die Auffassung, Jesus Christus werde erst nach einem vorausgehenden 1000-jährigen Reich auf die Erde zurückkehren. Doch bis dahin müssten die Christen aktiv werden im folgenden Sinn: „Es ist die Aufgabe der Christen, Gottes Reich auf Erden zu bauen, um die Wiederkunft Christi herbeizuführen“ [Wilson; eigene Übersetzung]. Auf diesem Weg wird eine christliche Theokratie [Gottesherrschaft] angestrebt, man sucht gezielt, in diesem Sinn politischen Einfluss geltend zu machen. Wilson will eine Rückkehr zu einer patriarchalen Gesellschaft, das Frauenwahlrecht will er abgeschafft sehen ebenso wie Abtreibungen, während er Homosexualtität kriminalisieren will.
Mir jedenfalls graust es vor diesem Verständnis von Christentum, ja, ich schäme mich fremd dafür. Gut und gerne kann ich auch auf vermeintliche „Retter des christlichen Abendlands“ verzichten, die auch unter diesem Vorzeichen Hass auf Zugewanderte und Menschen mit anderen religiösen Überzeugungen schüren. Unsere Evangelische Kirche im Rheinland hat sich etwa im Blick auf die AfD deutlich mit ihrer Aussage der Synode aus dem Fenster gelehnt: Sie hält „die politischen Grundsätze der AfD für nicht vereinbar mit den Grundwerten der rheinischen Kirche.“
Nun ist mir ist bewusst, dass ich Ihnen und Euch „schwere Kost“ serviert habe und womöglich auf Widerspruch stoße. Ich möchte nun mit einem positiven Ausblick schließen: Denn das Reich Gottes ist […] Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. (Römer 14,17)
Mit herzlichem Gruß
Ihr Martin Will, Pfarrer
________________
Tipp: Kirchenkreisweite Veranstaltungsreihe „Bürgerkanzel zur Kommunalwahl“
Sa. 30.08. Klaus Grootens, Landratskandidat der CDU und FDP Ev. Kirche Ründeroth (Markt 2, 51766 Engelskirchen)
Fällt aus Krankheitgründen aus! [So 31.08. Ulrich von Trotha, Stadtratskandidat der FDP für Gummersbach Ev. Kirche Gummersbach (Von-Steinen-Str. 2, 51645 Gummersbach)]
Sa 06.09. Bernadette Reinery-Hausmann, Landratskandidatin von Bündnis 90/Grüne Ev. Kirche Oberbantenberg (Oberbantenberger Str. 42, 51674 Wiehl-Oberbantenberg)
So. 07.09. Dr. Sven Lichtmann, Landratskandidat der SPD und Linke Ev. Kirche Hülsenbusch (Schwwarzenberger Str. 43, 51645 Gummersbach-Hülsenbusch)
Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 17.30 Uhr und werden musikalisch begleitet.
Die Herbstausgabe des Gemeindebriefs ist da. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitwirkenden. Der Gemeindebrief liegt in der Kirche, dem Gemeindehaus, Banken und Geschäften aus. Hier veröffentlichen wir die Internet-Ausgabe, in der wir aus Gründen des Datenschutzes auf die Veröffentlichung von persönlichen Daten wie Geburtstagen, Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Jubiläumshochzeiten verzichten.
Einige der Beiträge werden demnächst als separate Beiträge auf unserer Homepage veröffentlicht.
Oberberg Gospel Choir präsentiert Lieder zum Mitsingen.Mit Texten von Roland Armbröster
Helmut Jost Oberberg Gospel Choir – Foto: Roland Armbroester
„Joined in Passion“ (in Leidenschaft vereint) ist der Titel des Gospelkonzerts zur Passion Christi, zu dem die Evangelische Emmaus-Kirchengemeinde Wiedenest-Derschlag am Dienstag, 1. April 2025, 19.30 Uhr ins Wiedenester Martin-Luther-Haus einlädt (Martin-Luther-Str. 4., 51702 Bergneustadt-Wiedenest). Es geht um die Auseinandersetzung mit der wichtigsten Botschaft des christlichen Glaubens, denn in der Passionszeit stehen das Leben und Leiden von Jesus Christus im Vordergrund.
Gospel ist weltweit ein himmlisches Halleluja für Menschen, die ihre Lebenssituation bedenken und sich aus dieser Musik Hoffnung, Freude und Lebensmut zusprechen lassen möchten.
Wenn Helmut Jost und der Oberberg Gospel Choir „Joined in Passion“ präsentieren, spürt man den Spirit dieser Musik. Natürlich fehlt bei einem solchen Konzert auch ein Klassiker wie „O Haupt voll Blut und Wunden“ nicht. Einfühlsam gesungene Balladen berühren die Herzen der Zuhörer ebenso tief wie Lieder, die im Wissen um die Auferstehung Christi, in packenden Rhythmen und kraftvoll souligen Klangfarben gesungen werden. Die spirituelle Dimension der Lieder macht Ruhe und Stille hörbar und kann Zuversicht, Hoffnung und Liebe fast greifbar vor Augen und in Herzen zaubern.
Die meist einfachen Melodien und Texte laden zum Mitsingen und Mitbeten ein und drücken Lebensfreude, Dankbarkeit und Gottvertrauen aus.
Begleitet und verbunden werden die Lieder dieses Passionskonzerts durch Texte von Diakon Roland Armbröster, Gemeindereferent der Kirchengemeinde Wiedenest-Derschlag.
Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei! Um eine Spende wird gebeten.
Wie im letzten Gemeindebrief angekündigt, fand am 16. Februar eine Gemeindeversammlung statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche gottesdienstliche Feiern weiterhin sinnvollerweise stattfinden sollten. Pfarrer Martin Will führte ins Thema ein, dabei gab er auch bekannt, dass er Anfang 2026 regulär in Ruhestand gehen wird. Im Namen der Kirchengemeinde bedankte er sich bei Schreinermeister Rudolf Ulber aus Sinspert für die Anfertigung einer Gedenktafel, auf der die Namen von sechs Küsterinnen und Küstern eingraviert sind. Diese Tafel wird in der Kapelle angebracht.
Küstertafel, angefertigt von Schreinermeister Rudolf Ulber
Rudolf Ulber, einer der regelmäßigsten Kapellenbesucher, machte den Vorschlag, das bisherige Angebot am zweiten Samstag und am vierten Sonntag im Monat pausieren zu lassen, da die Teilnahme stark eingebrochen ist. Womöglich würde in Zukunft wieder ein Interesse daran entstehen. Herr Ulber sprach sich dafür aus, künftig weiterhin an hohen Festtagen Gottesdienste in der Kapelle zu feiern. Dies wurde von den Anwesenden begrüßt.
Wenige Tage später hat das Presbyterium sich für dieses klare Votum aus der Gemeindeversammlung ausgesprochen. Konkret folgt aus dem Beschluss: Die bisher in der Regel zwei Mal im Monat angebotenen Kapellengottesdienste pausieren ab sofort. Zu besonderen Anlässen im Kirchenjahr laden wir weiterhin in unser mittelalterliches Gotteshaus ein, hierzu zählen:
Himmelfahrt, Pfingstmontag (mit K4-Region), Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag und 1. Weihnachtstag.
Weiterhin genutzt werden kann die Kapelle für Trauungen, Jubiläumstrauungen und Trauergottesdienste. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit,Taufen zu den genannten Gottesdienstterminen durchzuführen.
Kapelle Sinspert, Außenansicht
Text: Martin Will, Fotos: PhilippSchenk, Richarda Borchert, Martin Will
Mit diesen Worten beschrieb ein Angehöriger sein Empfinden, nachdem er seiner Mutter in den letzten Stunden ihres Lebens beigestanden und sie bis zu ihrem Tod begleitet hatte. Ich stimmte ihm zu.
Ich kann es nachvollziehen, wie einen das Sterben eines geliebten Menschen ratlos, ja auch wütend macht. Denn aus meiner Sicht gibt aus kaum eine Situation, in der man sich so hilflos fühlen kann wie in der Begleitung eines Sterbenden. Medizinisch und pflegerisch mag alles getan worden sein, was möglich ist, aber die letzte Lebensetappe steht noch aus. Da kann einen schon das blanke Entsetzen ergreifen, wenn der Atem schwer geht und ins Stocken gerät. Und einem zugleich bewusst wird: Ich kann nicht für den anderen atmen. Nur da sein. Aber immerhin! Da sein und mit aushalten, vielleicht beten. Worte sprechen, die womöglich noch ans Ohr des Sterbenden dringen. Wer weiß!
Entsetzt euch nicht! Das sind wegweisende Worte, die Maria Magdalena und Maria zugesprochen werden, als sie am Ostertag ihrem getöteten Herrn am Grab die letzte Ehre erweisen wollen. Aber der Schreck fährt ihnen in die Glieder, als der große Stein davor weggerollt ist. Selbst dieser letzte Abschied von dem Gekreuzigten scheint ihnen verwehrt zu sein. In der Grabkammer sitzt ein „Jüngling zur rechten Hand […], der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.“
Entsetzt euch nicht! Das muss einem schon von außen zugesprochen werden, wenn man den Halt unter dem Boden zu verlieren droht. Am österlichen Grab spricht ein Bote Gottes entscheidende Worte zu den Frauen. Er ignoriert nicht ihre Furcht und ihr Entsetzen, wischt all das nicht mit einer Handbewegung weg, sondern nimmt auch ihre Gefühle auf.
Anders, als den ersten Zeuginnen der Auferstehung Jesu von den Toten am Grab, ist uns zumindest bekannt, wie die Geschichte Jesu weitergeht. Klar, das ist eine Sache des Glaubens und Vertrauens. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.
Aber ist es nicht so, auch wenn wir mit Ernst als Christen leben wollen, wird uns manches Entsetzen an einem Sterbebett, auch manche Furcht mitten im Leben nicht erspart bleiben. Was gibt uns dann Kraft und Mut? Und wie kann ich mich auch der eigenen, irdischen Endlichkeit stellen, ohne den Tod zu verharmlosen? Gerade dann leben und glauben zu lernen im Bewusstsein, dass er, Jesus, auferstanden ist und so der Tod letztlich keine Chance mehr hat und bereits auf dem Rückzug ist.
Ich will darauf vertrauen, dass Jesus von Nazareth gerade auch in schwerer Zeit Kraft schenkt und Zukunft, selbst über den Tod hinaus.
Wo können wir, wo können Sie und könnt Ihr andere konkret trösten, wo sie von Angst, Furcht und Entsetzen geplagt sind? Muss man sich das dann nicht zuerst gesagt sein lassen? Und muss einem die Botschaft „er ist auferstanden“ unbedingt direkt einleuchten?
Bibelwissenschaftler gehen davon aus, dass das Markusevangelium ursprünglich mit folgenden Worten endete:
Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.
(Markus 16,8)
Ich denke, wenn wir die abschließenden Worte unserer Ostererzählung aufmerksam betrachten, ist auch uns zum Glauben und Verstehen Zeit geschenkt. Die ersten Auferstehungszeuginnen brauchten Zeit. Sie mussten keinen „Schalter“ umlegen, um zur gewohnten Tagesordnung überzugehen. Das Neue, Hoffnungsvolle, die Botschaft von der Überwindung des Todes durch Christus, war offensichtlich nichts, was sie erwartet hätten. Die Auferstehung kam unverhofft. Die Furcht war noch vorhanden, aber sie sollte nicht das letzte Wort behalten.
Der neueste Gemeindebrief wird demnächst wieder an den bekannten Stellen zum Mitnehmen oder Verteilen ausliegen. Die Online-Version ist die gekürzte Fassung der gedruckten Ausgabe, da besondere persönliche Daten hier nicht veröffentlicht werden.
An Heiligabend spielten Helene Jedig an der Orgel und Dr. Markus Müller an der Trompete drei Stücke aus Georg Friedrich Händels „Messias„. Hier besteht nun die Möglichkeit, diese besondere Musik aus der Christvesper noch einmal oder zum ersten Mal zu hören. Viel Vergnügen dabei, frohe Weihnachten!
G.F. Händel – The trumpet shall soundG.F. Händel – He shall feed His flockG.F. Händel – Halleluja
[Beitrag veröffentlicht im Gemeindebrief Winter 24/25]
In dieser Zeit des Jahres, wo die Tage immer kürzer werden und die Nächte länger, haben manche Leute ihre liebe Not, zumal diejenigen unter ihnen, die zu Depressionen neigen. „Schwermut“ nannte man das früher. Eigentlich ist das ein recht treffendes Wort für einen Gefühlszustand, der davon Betroffenen nicht nur die Gedankenwelt verdunkelt, sondern auch körperliche Auswirkungen haben kann, so dass sie sich saft- und kraftlos fühlen.
„Wir leben in dunklen Zeiten“. So oder ähnlich lautet die Analyse landauf landab angesichts wirtschaftlicher Schwierigkeiten, der bedrohten demokratischen Ordnung durch extreme Kräfte, den sichtbaren Folgen des Klimawandels und im Blick auf die weiter wütenden Kriege in der Ukraine und in Nahost.
Auch die Christenheit ist von diesem Dunkel nicht ausgenommen. Rudolf Bohren, einer meiner Heidelberger Professoren, schrieb einmal:
„Wird’s finster auf Erden, fällt die Nacht auch über die Christenheit.“ Und er fährt fort: „Auch heute nimmt Jesu Gemeinde teil am Dunkel, das die Völker bedeckt, wird eingehüllt in die Finsternis, die auf der Erde herrscht. Sie leuchtet nicht in der Welt, wirkt nicht attraktiv, ihre Tätigkeit leidet an Erfolglosigkeit.“
Wer die Augen auch als Christ nicht verschließt vor der Welt, wie sie ist, kann sich wohl auch gut hineinversetzen in die perspektivlos erscheinende Situation, in der sich Israel ca. fünfhundert Jahre vor Christi Geburt befand. Da war die Erfahrung der babylonischen Gefangenschaft, die Rückkehr ins zerstörte, zerrüttete Land, die lähmende Perspektivlosigkeit, die auf dem Volk wie Blei lastete. Doch der Prophet spricht gerade hier dem Volk mutmachende Worte zu:
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!
Ihr seid bereits jetzt, auch in all dem Dunkel, das die Erde bedeckt, hineingenommen in diese neue Wirklichkeit! Werdet offen für Gottes Geist, er öffnet Euch die Augen für sein Licht, reißt Euch heraus aus der resignativen Grundhaltung hin zu einer Hoffnung, die Euch anspornt, Gottes Wirken zu vertrauen. Zumal mit Jesu Geburt dieses Licht in der Finsternis auch uns gilt: Das Licht scheint in der Finsternis (Joh 1,5).
Hier kommt mir der Schriftsteller und Liederdichter Jochen Klepper in den Sinn. Er hat im Jahr 1938, in dunkelster Zeit Nazi-Deutschlands, ein Adventlied gedichtet:
Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern! So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein. (EG 16)
Von Klepper ist die Aussage überliefert: „Leicht lässt Gott uns nicht singen“. Damit ist nicht gemeint, dass die Melodie dieses Liedes besonders kompliziert wäre, sondern er bezieht das auf die böse Zeit, die ihm große Sorgen machte und auch persönlich mehr und mehr zusetzte. Mit einer getauften Jüdin verheiratet, sah er die Zeichen der Zeit besonders deutlich, und doch – oder gerade weil er Gottes Zusage zu vertrauen suchte – konnte er ein solches tiefgründiges Lied dichten.
Ich schließe mit der dritten Strophe:
Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf! Ihr sollt das Heil dort finden, das aller Zeiten Lauf von Anfang an verkündet, seit eure Schuld geschah. Nun hat sich euch verbündet, den Gott selbst ausersah. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen und Euch eine helle, lichte Zeit im Advent.
Barockkirche Eckenhagen im Winter [Foto: Bärbel Dittrich]
Geschafft! Bezogen auf die Kirchenjahreszeit, im Übergang vom Ewigkeitssonntag, der das Ende des Kirchenjahrs markiert, hin zum Anfang, der Zeit des Advent, ist unser neuester Gemeindebrief wieder verfügbar. Aufgrund der verstreuten Lage unserer Kirchengemeinde mit 37 Ortschaften und Höfen und der großen Ausdehnung wird der Gemeindebrief nur in bestimmten Teilen des Gemeindegebiets verteilt. Das geschieht dort, wo sich Austeilerinnen und Austeiler dazu bereit erklärt haben. – Wer zu dieser persönlicheren Art der Zustellung beitragen möchte, kann sich gerne mit uns Verbindung setzen.
Alternativ besteht die Möglichkeit, den Gemeindebrief an den bekannten Stellen wie Kirche, Gemeindehaus, Kapelle (dort auch in einer Kiste vor der Tür), von Banken, Geschäften und Lokalen mitzunehmen, gerne auch für weitere Familienmitglieder, Nachbarn etc.
Nun sind manche Leute ja besonders daran interessiert zu erfahren, wer getauft, getraut oder beerdigt worden ist. Dies wie auch Nachrichten über besondere Anlässe wie Traujubiläen und Geburtstage können wir leider in der hier bereitgestellten, „abgespeckten“ Webversion aus Datenschutzgründen nicht veröffentlichen. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Manch aufmerksamen Bewohnerinnen und Bewohnern mag es inzwischen aufgefallen sein, dass die Kirche seit dem zweiten Wochenende im November wieder in den Abendstunden angestrahlt wird. Dies hat die ev. Kirchengemeinde der großzügigen Initiative des Heimatvereins zu verdanken. Der Heimatverein Eckenhagen hat die komplette Modernisierung auf LED-Beleuchtung organisiert und finanziert. Wir danken an dieser Stelle nicht nur hierfür, sondern sehen darin auch eine besondere, konfessionsübergreifende Geste als besonderen Ausdruck der Heimatverbundenheit.
Die bisherigen Leuchtmittel, auf vier Stellen um die herum Kirche angebracht, waren in die Jahre gekommen und entsprachen schon lange nicht mehr dem Stand der Technik. So verbrauchte ein einziger Strahler 400 Watt! Aus diesem Grund hatten wir die Beleuchtung in den letzten Jahren stark eingeschränkt und sie nur noch zu besonderen Anlässen eingeschaltet.
Nun kann man sich, z.B. nach Rückkehr aus einem Urlaub, auch wieder abends darüber freuen, sich der vertrauten Kirche und dem Ort zu nähern. – Oder einfach von zu Hause aus den vertrauten Anblick in der Dunkelheit wahrnehmen, so, wie eine ältere Dame vom Aggerberg, die sich dafür einmal extra bedankte.
Zur diesjährigen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag auf dem Zöper Friedhof in Eckenhagen veröffentlichen wir hier einen Text des Heimatvereins Eckenhagen. Es folgen weitere Fotos, die uns freundlicherweise von Otto Engelbertz zur Verfügung gestellt wurden.
N I E W I E D E R K R I E G -Erinnerung und Verantwortung-
Im Rahmen der wohnwirtschaftlichen Erschließung des Ortsbereiches „Am Heidchen“ und „Am Aggerberg“ musste das Kriegerdenkmal, welches nach dem ersten Weltkrieg für die gefallenen Turner vom Sportverein Eckenhagen errichtet wurde, Anfang der 1990-iger Jahre weichen. Der verantwortungsbewusste Abrissunternehmer sicherte das alte Schwarzkreuz aus Stein mit den Maßen 60×60 cm und die Ehrentafel, auf der die gefallenen Turner aus Eckenhagen gelistet waren und übergab es dem Heimatverein Eckenhagen zur Einlagerung. Mit der Sanierung des Dachstuhles des Heimatmuseums wurden diese beiden Zeitzeugen der Geschichte bei Aufräumarbeiten zum Thema im Vorstand des Heimatvereins. Es folgte der einstimmige Beschluss, dem Schwarzkreuz und der Ehrentafel wieder einen würdigen Platz zukommen zu lassen. Nur wo? Da auf dem Friedhof in der Zöpe gefallene Soldaten des 2. Weltkrieges ihre letzte Ruhe gefunden haben, lag es nahe, ein kleineres Denkmal in der Form des Denkmals vom Aggerberg, neu zu errichten. Ziel sollte es insbesondere sein, dass die Ruhestätte der Soldaten des 2. Weltkrieges mit dem neu errichteten Denkmal ein Ort der Erinnerung und der Mahnung wird, also eine Gedenk- und Mahnstätte. Die organisatorischen Maßnahmen waren mit Unterstützung unseres Bürgermeisters Rüdiger Gennies und dem Friedhofsamt schnell abgearbeitet. Durch Unterstützung eines heimat- und ortsverbundenen Unternehmers wurde das Denkmal innerhalb von nur 5 Tagen in Bruchsteinbauweise fertiggestellt. Hier gilt ein besonderer Dank den zwei Mitarbeitern, die das Mahnmal bei Dauerregen errichteten. Dieser Ort soll ein Platz der Besinnung sein und ein Ort, der uns mahnt, die Werte von Frieden, Menschlichkeit, Versöhnung und Toleranz zu bewahren. Diese Gedenkstätte soll uns erinnern und ermahnen, was Fremdenfeindlichkeit, Hass, Krieg und Terror für schreckliche Konsequenzen für unser Leben und unsere Demokratie mit sich bringt. Dieses möchte der Heimatverein Eckenhagen durch die Anbringung einer Gedenk- und Mahntafel sowie die Auflistung der gefallenen Soldaten aus dem 1. und 2. Weltkrieg aus Eckenhagen, stellvertretend für alle Opfer von Krieg, Gewalt, Verfolgung und Zerstörung deutlich machen.
Isolde Röser, langjährige ehrenamtliche Küsterin unserer Sinsperter Kapelle aus Oberwehnrath, ist am 28. August 2024 im Alter von 91 Jahren verstorben. Das Presbyerium trauert mit ihren Angehörigen um eine bis ins hohe Alter hinein außergewöhnlich engagierte Christin. Isolde Rösers vorbildliches Leben war in Verbindung mit ihrem großen Vertrauen in Jesus Christus geprägt durch immense Tatkraft und Zugewandtheit zu ihren Nächsten. Mit Leidenschaft setzte sie sich z.B. über Jahre hinweg für notleidende Familien in Ländern der GUS-Staaten, also der ehemaligen Sowjetunion ein, für die sie unzählige Pakete packte und versandte.
Wie passend erscheint ihr Konfirmationsspruch aus Psalm 26, Vers 8, wo Frau Röser doch von Kind an Orientierung suchte in Gottes Wort und in der Gemeinschaft der Glaubenden!
HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.
Der Trauergottesdienst fand am Samstag, dem 7. September in der Kapelle Sinspert unter großer Anteilnahme und viel Musik statt. Ihr alter Chor aus Schemmerhausen sang zwei Lieder, S. Lenzing spielte die Orgel, die Großnichte Viola sang ein Lied und Bläser spielten u.a. am Grab die Melodie des Osterlieds „Christ ist erstanden“.
Pfarrer Martin Will stellte bei Ankunft an der Kapelle fest, dass er sein Predigtmanuskript nicht in die Fahrradtasche gepackt hatte, es war zu Hause vor dem Rad auf den Boden gefallen, wie er später feststellte. So wurde es für ihn ein „Sprung ins kalte Wasser“, um den Trauergottesdienst in freier Rede zu halten. Das liegengebliebene Konzept kann gerne in unten stehender pdf-Datei nachgelesen werden.