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Abschiedsgottesdienst von Pfr. Martin Will

[von Martin Will, ab 01.03.26 im Ruhestand]

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Nach der Entpflichtung – symbolischer Platzwechsel in Kirchenbank – Foto: Philipp Schenk

Heute, einen Tag nach dem Entpflichtungsgottesdienst, den wir am 8. Februar 2026 bei strahlendem Sonnenschein in unserer schönen Barockkirche gemeinsam feiern konnten, möchte ich mit diesem Beitrag gerne die Gelegenheit wahrnehmen, dieses wunderbare Fest noch einmal gedanklich Revue passieren zu lassen. Ich tue dies mit einem dankbaren Herzen und großer Freude über einen nach meinem Empfinden sehr gelungenen Tag, was so auch für meine Frau Birgit, unsere drei Töchter und weitere Familienangehörige gilt.

Mein im Vorfeld mehrfach geäußerter Wunsch war: „Bitte kein Gedöns!“. Das könnte man angesichts des dann doch recht großen Aufgebots an Vorbereitungen vielleicht als „unmögliche Möglichkeit“ ansehen. Nach meinem Empfinden wurde mein „Kein-Gedöns-Wunsch“ für die Atmosphäre des Tages aber voll erfüllt, wenn ich mir vor Augen halte, wie wir einen so konzentrierten und zugleich lockeren, fröhlichen Festgottesdienst begehen konnten einschließlich einiger weniger, prägnanter Grußworte. Beim anschließenden Empfang war Raum für eine Vielzahl von Begegnungen, Lachen, einander Erzählen und Umarmungen inklusive leckerem Essen und Trinken. Danke, danke!

Ich habe mir überlegt, dass ich in diesem Beitrag keinen Bericht in dem Sinn verfasse, dass alle Mitwirkenden noch einmal einzeln aufgezählt werden, was wer gesagt oder getan hat, welch wunderbare Musik (!) von wem gespielt worden ist, oder welch erhellende Beiträge mit Witz (!) vorgetragen wurden, auch nicht den tollen, starken (!) Gemeindegesang – dieses Mal. Vielmehr kann, wer will, den kompletten Gottesdienst hier noch einmal in Ruhe nachlesen. Wer allerdings Bilder und Klänge bevorzugt und den Videomitschnitt ansehen möchte, wende sich bitte per Mail ans Gemeindebüro oder an mich. (Den Link zum Video stelle ich aus diversen Gründen hier nicht ein.)

Eins aber verkneife ich mir nun doch nicht – durchaus auch selbstkritisch – zu sagen: Wo war das noch gleich im Lauf des Gottesdienstes, dass mir ein bekannter lateinischer Spruch gedanklich zuflog?! „De mortuis nihil nisi bene!“, will sagen, den Ärger und das Negative über einen Dahingeschiedenen blenden wir dann mal besser aus … Ich weiß nun sehr wohl um Versäumtes, Liegengebliebenes. Alleine wenn ich an mein blauäugiges Versprechen im Blick auf Besuche denke, das anlässlich meiner Einführung vor fast 32 Jahren in der OVZ veröffentlicht wurde, läuft es mir noch heute kalt und heiß den Rücken herunter. – Von daher war ich ein wenig erleichtert und fühlte mich den „mortuis“ wieder entrissen, als hier oder da andeutungsweise und eher zwischen den Zeilen dann eben doch kein Friede-Freude-Eierkuchen-Bild gezeichnet wurde. Auch in diesem Sinn möchte ich mit Psalm 103, meinem Predigttext für den Abschied, Gott zu loben suchen: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat … Zu diesem Guten zählt auch: Der dir alle deine Sünden vergibt.

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Gemeindebrief 1-2025 (Webversion)

Der neueste Gemeindebrief wird demnächst wieder an den bekannten Stellen zum Mitnehmen oder Verteilen ausliegen. Die Online-Version ist die gekürzte Fassung der gedruckten Ausgabe, da besondere persönliche Daten hier nicht veröffentlicht werden.

Nachruf auf Isolde Röser aus Oberwehnrath

Nachruf auf Isolde Röser aus Oberwehnrath

Isolde Röser, langjährige ehrenamtliche Küsterin unserer Sinsperter Kapelle aus Oberwehnrath, ist am 28. August 2024 im Alter von 91 Jahren verstorben. Das Presbyerium trauert mit ihren Angehörigen um eine bis ins hohe Alter hinein außergewöhnlich engagierte Christin. Isolde Rösers vorbildliches Leben war in Verbindung mit ihrem großen Vertrauen in Jesus Christus geprägt durch immense Tatkraft und Zugewandtheit zu ihren Nächsten. Mit Leidenschaft setzte sie sich z.B. über Jahre hinweg für notleidende Familien in Ländern der GUS-Staaten, also der ehemaligen Sowjetunion ein, für die sie unzählige Pakete packte und versandte.

Wie passend erscheint ihr Konfirmationsspruch aus Psalm 26, Vers 8, wo Frau Röser doch von Kind an Orientierung suchte in Gottes Wort und in der Gemeinschaft der Glaubenden!

HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.

Der Trauergottesdienst fand am Samstag, dem 7. September in der Kapelle Sinspert unter großer Anteilnahme und viel Musik statt. Ihr alter Chor aus Schemmerhausen sang zwei Lieder, S. Lenzing spielte die Orgel, die Großnichte Viola sang ein Lied und Bläser spielten u.a. am Grab die Melodie des Osterlieds „Christ ist erstanden“.

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Psalm 103: Lobe den Herrn Grafik © Layer-Stahl

Pfarrer Martin Will stellte bei Ankunft an der Kapelle fest, dass er sein Predigtmanuskript nicht in die Fahrradtasche gepackt hatte, es war zu Hause vor dem Rad auf den Boden gefallen, wie er später feststellte. So wurde es für ihn ein „Sprung ins kalte Wasser“, um den Trauergottesdienst in freier Rede zu halten. Das liegengebliebene Konzept kann gerne in unten stehender pdf-Datei nachgelesen werden.

Vier weitere Jahre?

Vier weitere Jahre?

Vier weitere Jahre? – Gerne!

… sagten zehn Mitglieder unserer Gemeinde und stellen sich als Presbyterinnen und Presbyter wieder zur Verfügung. Dies sind neben Pfr. Martin Will – (2. v. li.) Eckhardt Lück (Finanzkirchmeister), Philipp Schenk, Bärbel Dittrich, Claudia Heß, Sandra Papendick, Jürgen Schirp (Baukirchmeister), Anette Braun, Beate Klein (Diakoniekirchmeisterin), Silke Koert und Richarda Borchert und (v. links nach rechts).

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Das Presbyterium am 17. März 2024

Am 17. März diesen Jahres fand im Rahmen des Gottesdienstes noch in unserer Winterkirche im Gemeindehaus die Einführung des neuen (alten) Presbyteriums statt. Eine Wahl hatte es in unserer Gemeinde wie in vielen anderen Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland mangels ausreichender Kandidatinnen und Kandidaten nicht gegeben. Umso dankbarer sind wir, dass Pfr. Will in der feierlichen Einführung alle Mitglieder an ihr Gelöbnis vor teilweise vielen Jahren erinnern und es damit auffrischen konnte. Dies galt auch für unsere Neue „im Bunde“, Silke Koert, die bereits früher Mitglied des Leitungsgremiums war. Alle freuen sich auf eine weiter gute Zusammenarbeit – auch in herausfordernden Zeiten.
Viele werden es wissen – unser Presbyterium besteht eigentlich neben Pr. Will als Vorsitzendem aus elf weiteren Mitgliedern. Daher werden wir uns in den nächsten Monaten aktiv darum bemühen, ein weiteres Gemeindeglied für die Mitarbeit zu begeistern und diese Person dann nachzuberufen. Gerne hören wir auf gute Empfehlungen aus der Gemeinde! Diverse Zuständigkeiten z. B. zur Mitarbeit im Kirchenkreis und in Ausschüssen werden in den kommenden Presbyteriumssitzungen noch benannt.

Beitrag aus dem Gemeindebrief Ausgabe 2/2024

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Neues Presbyterium eingeführt

Am 17. März sind zehn Frauen und Männer für die Amtszeit von vier Jahren als Presbyterinnen und Presbyter unserer Kirchengemeinde in einem Gottesdienst eingeführt worden. Der langjährige Presbyter und Baukirchmeister Manfred Becker aus Allenbach schied wegen Erreichen der Altersgrenze aus. Wir berichteten bereits darüber, dass keine Wahl zustande gekommen war, aber alle bisherigen Mitglieder und ein weiteres sich bereit erklärt hatten, in diesem Leitungsamt mitzuwirken. Herzlichen Dank dafür, verbunden mit dem Wunsch, dass viele gute Ideen umgesetzt werden können.

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(von links nach rechts) untere Reihe: Sandra Papendick aus Windfus, Bärbel Dittrich aus Oberagger, Eckhardt Lück aus Eckenhagen.
mittlere Reihe: Beate Klein aus Zimmerseifen, Richarda Borchert aus Oberagger, Silke Koert aus Hahnbuche, Anette Braun aus Hähnen, Jürgen Schirp aus Buchen.
hintere Reihe: Philipp Schenk aus Eckenhagen, [Martin Will, Pfr.], Claudia Heß aus Windfus [Foto: Carl Schenk]

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Schweigen ist keine Option – Sei ein Mensch

Spielfiguren,bunt_Foto©Wodicka_gemeindebrief-evangelisch.de

Aus dem Presbyterium I Februar 2024

Schweigen oder Stellung beziehen?

Schweigen ist keine Option!

Aktuell werden wir Tag für Tag über die Tagespresse und weitere Medien mit einem Thema konfrontiert, das insbesondere in den Städten nicht mehr zu übersehen ist, etwa mit Wandschmierereien. Auch in unserem eher ländlich geprägten Raum gibt es Entwicklungen, die uns als Presbyterium Sorgen machen. Mit vielen anderen Menschen im Land nehmen wir politische Strömungen wahr, die das Potenzial haben, die Stimmung im Land zu verderben und bis hin zu kleinsten Gemeinden und in die Familien hinein tiefe Keile zwischen die Menschen zu treiben.

Auch als Kirchengemeinde sehen wir uns gefordert, eine klare Position zu beziehen!

Wir erleben Menschen, die offensichtlich gegen alles sind, was unseren demokratisch verfassten Rechtsstaat und unsere bewährte Ordnung ausmacht.

Im Presbyterium haben wir uns daher Gedanken gemacht, für was wir denn eigentlich stehen. Als Christen sind wir

– für Achtung der Menschenwürde, wie sie uns auch von Jesus Christus vorgelebt wurde und vom Grundgesetz unseres Landes vorgegeben ist

– für Nächstenliebe, die keinen Menschen – gleich welcher Nation, ethnischer Herkunft oder sozialen Standes – ausgrenzt

– für die Beachtung unserer demokratischen Grundordnung, die die Basis für die Wahrung der Menschenrechte und unser gesellschaftliches Wohlergehen und friedliches Miteinander verlässlich und dauerhaft bleibt.

Unsere Grundeinstellung schließt nach unserer Einstellung daher aus:

– jegliche Form der grundsätzlichen Ablehnung von Menschen anderer Herkunft sowie das Schüren von Hass

– Ausgrenzung von Menschen aus unserem sozialen Umfeld wegen anderer Lebensformen

– den immer wieder aufkeimenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft und die hieraus sogar resultierende Gefährdung menschlichen Lebens

Das Presbyterium sieht sich hier im Einklang mit den Feststellungen der Ev. Landessynode im Rheinland 2024, die festgehalten hat, dass die Unterstützung solch radikaler Positionen und Gruppen, die diese Strömungen fördern, nicht mit unserem christlichen Glauben in Einklang zu bringen und abzulehnen sind.

Wir möchten unseren Mitmenschen wo immer möglich in Liebe begegnen oder um es mit einem Zitat des Journalisten Marcel Reif im Deutschen Bundestag am 31.01.2024 zu sagen:

Sei ein Mensch!