Monatsspruch_November-2017

angedacht - Wohnqualität

Manchmal frage ich Konfirmandinnen und Konfirmanden: Was ist Euch besonders wichtig in Eurem Leben? Als mit das Wichtigste überhaupt wird dann häufig die Familie an erster Stelle genannt. Mir scheint, auch wenn Jugendliche manchmal den Eindruck erwecken mögen, sie hielten es für selbstverständlich, dass für ihre Kleidung und ihr Essen, für ihr Wohnen, ihre Bildung und die vielen Fahrten hin und her speziell bei uns auf dem Land gesorgt wird, haben sie doch meist ein besonderes Gespür dafür, wie gut es ist, nicht bloß in einer Art Zweckgemeinschaft zu leben. Liebe ist entscheidend, Nestwärme, immer wieder auch bestätigt zu bekommen: Du bist, wie du bist, ein geliebtes Kind!

Eine meiner Hoffnungen im Blick auf die Konfi-Zeit ist, dass die Jugendlichen dieses tiefe Angenommensein als Grundkonstante ihres Lebens und Glaubens über die Familie hinaus erfahren. Und dass „Kirche“ nicht bloß das Gebäude und die äußeren Strukturen umfasst, sondern eine gemeinsame Grundlage bietet, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.

Gerade in einer Zeit, in der Abgrenzung und Ausgrenzung bis hin zum Hass auf alles Fremde und Unbekannte selbst in Deutschland propagiert wird, gilt es doch, das Verbindende zu entdecken und stark zu machen. Gott selbst verspricht Israel: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Indem Jesus unter uns Menschen wohnte, nimmt er uns hinein in die Familie Gottes. Er schenkt uns Weite und Offenheit, der Heilige Geist gibt uns Anteil an seiner Gnade, uns, die wir oft so Vieles als selbstverständlich ansehen. Stellen wir uns den Herausforderungen als Christen in der weltweiten Familie Gottes, tun wir etwas für die „Wohnqualität“ untereinander und miteinander hier und jetzt!



Mit herzlichen Grüßen
gez. Ihr Martin Will, Pfarrer